Biotopverbund

Ausdruck vom 24. Oktober 2019 03:43:11 MESZ

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Flurneuordnung für den Biotopverbund

Biotopverbund umsetzen

Naturnahe Lebensräume sind meist nur noch kleinflächig oder inselartig (verstreut) in intensiv genutzten Landschaften vorhanden. Damit Tier- und Pflanzenarten dauerhaft überleben können, müssen Flächen in ausreichender Qualität und Dimension zur Verfügung stehen und miteinander verbunden sein. Diese Korridore ermöglichen es den Arten, sich in der Landschaft auszubreiten. Zudem wird durch diese Verbindung der genetische Austausch zwischen den Populationen verbessert.

 

Dort, wo diese Verbindungen fehlen, können sie in einer Flurneuordnung geschaffen werden. Für die Planung solcher Maßnahmen liegen überregionale und regionale Fachkonzepte vor. Dazu zählen beispielsweise der landesweite Biotopverbund Baden-Württemberg und der Generalwildwegeplan oder der Wildkatzenwegeplan.
Werden bei einer Flurneuordnung Maßnahmen zur Förderung eines Biotopverbundes geplant, orientieren sich diese an den vielfältigen Ansprüchen der Tier- und Pflanzenarten an die Landschaft. Die verschiedenen Tierarten nutzen die Landschaft auf unterschiedliche Weise und stellen dabei spezifische Raumansprüche. Typische Vernetzungselemente sind Bäume, auch Obstbäume, Sträucher, Hecken, Feldgehölze, Feuchtflächen und Buntbrachestreifen sowie Krautstreifen im Offenland.
 

Der Laubfrosch ist eine Art, die wie viele Amphibien auf eine Biotopvernetzung angewiesen ist, um neue Laichgewässer zu besiedeln, aber auch um zwischen Gewässer und Sommerlebensraum (u.a. Waldränder) wandern zu können.
Der Laubfrosch ist eine Art, die wie viele Amphibien auf eine Biotopvernetzung angewiesen ist, um neue Laichgewässer zu besiedeln, aber auch um zwischen Gewässer und Sommerlebensraum (u.a. Waldränder) wandern zu können.

Praxisbeispiel
Flurneuordnung „Ravenstein-Oberwittstadt/Unterwittstadt (Generalwildwegeplan)
Zwischen Oberwittstadt und Unterwittstadt sieht der Generalwildwegeplan die großräumige Vernetzung des Odenwaldes mit dem Fränkisch-Schwäbischen Wald vor. In Kooperation mit dem BUND unterstützt die Flurneuordnungsverwaltung das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“. Auf einer Länge von mehr als 2.000 Metern werden in einem rund 1.000 Meter breiten Korridor sechs Trittsteinbiotope mit Größen von 41 Ar bis 117 Ar neu geschaffen. Die Trittsteine sind so angelegt, dass sowohl Säugetiere als auch Insekten von den Trittsteinbiotopen profitieren und die Möglichkeit haben, sich genetisch auszutauschen, zu vermehren und auszubreiten.

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Die Wildkatze (Felis silvestris silvestris) gehört zu den Arten mit großem Raumanspruch.

Goldglänzender Laufkäfer (Carabus auronitens)
Goldglänzender Laufkäfer (Carabus auronitens)

 

 

 

 

Nicht nur für größere Wirbeltiere ist ein Biotopverbund essentiell, besonders Insekten sind auf die Durchgängigkeit der Landschaft angewiesen. Ihre Lebensräume dürfen nicht verinseln. Der gezeigte Goldglänzende Laufkäfer (Carabus auronitens) lebt in Wäldern und benötigt auch im Offenland Trittsteine um mit Individuen um-gebender Wälder im genetischen Austausch zu bleiben.

Weitere Informationen

 

Fachplan Landesweiter Biotopverbund - Arbeitshilfe (Externer Link)